Im Moment herrscht eine gewisse Zwiegespaltenheit in mir vor... nicht umsonst trage ich den Steppenwolf auf dem Arm. Draußen versinkt die Welt in Schnee und Eis, das Leben scheint manchmal wie in Zeitlupe abzulaufen. Auf mich hat das alles eine eher beruhigende Wirkung und nun habe ich auch endlich wieder mehr Zeit, mich der Kontemplation und Meditation zu widmen. Letzten Sonntag konnte ich dank des Vertrauens von Horst in die Ernsthaftigkeit meiner Beschäftigung mit dem Buddhismus am ersten Studientag 2010 teilnehmen. Der Dharma bietet so unglaublich viele Ansatzpunkte und Diskussionsstoff, dass ich trotz leichtem Schlafmangel noch Stunden hätte weiter machen können. So komme ich langsam aber sicher voran auf dem Pfad.
Das ist die eine Seite. Dem halten einige Gefühle die Waage, die in mir brodeln und von denen ich dachte, dass sie so schnell nicht wiederkommen. Positive Gefühle, durchaus, aber eben auch sehr starke und potenziell sehr leidvolle. Hervorgerufen durch eine wiederbelebte Bekanntschaft aus dem letzten Jahr, die damals durch meine Verblendung fast zerbrochen wäre. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass alles wieder in bester Ordnung zu sein scheint, ja sogar wieder Hoffnung in mir aufkeimt - weltliche Hoffnung. Da liegt auch ein Teil des Problems: Will ich meine hart erkämpfte innere Ruhe und Klarheit aufs Spiel setzen und mich wieder hinein begeben in die Wirren von samsara? Diese Entscheidung hängt nicht nur von mir ab und vielleicht sollte ich genau darauf vertrauen. Die nächsten Wochen werden es zeigen.
Zwei vorherrschende Stimmungen - zwei passende Arten von Musik, die zur Zeit bei mir rotieren. Dieser massive Wintereinbruch zeigt mal wieder, welche Macht die Naturgewalten trotz oder gerade wegen unserer technokratischen "Hochkultur" über uns haben. Die winterliche Ruhe wird bei mir sicher auch deshalb momentan gerne durch ebenso gewaltige Musik gestört, vorwiegend instrumentaler Art.
Ein Album tut sich da besonders hervor und obwohl es schon seit bestimmt einem Jahr auf meiner Platte schlummert, bin ich erst jetzt darauf gestoßen:
"Thaumogenesis" heißt die Scheibe, feinster Drone von Nadja, ein einzelner Track mit einer Spielzeit von knapp 62 Minuten. Hat mich total in seinen Bann gezogen, unglaublich atmosphärisch, fesselnd, emotional. Obwohl ich auf kaum einem Album bisher so monströse Riffs gehört habe, wirkt die Musik nie hart oder grobschlächtig. Vielmehr allumfassend, von bizarrer Schönheit, ätherisch, sie umgibt einen wie eine Blase. Ich komme hier echt in Beschreibungsschwierigkeiten, muss man einfach hören.
Für die andere Stimmungsfront muss dann aber doch ein wenig ruhigere Musik her, also hab ich mir eine Compilation meiner Lieblingssongs von Stevie Nicks zusammengestellt. Man kann über Drogen ja sagen was man will, aber die Frau hat auf Koks einfach die besten Lieder geschrieben und gesungen! Überzeugt euch selbst:
So, genug geschrieben...